Einer der ersten Maßnahmen, die beschlossen wurde, war die Einführung eines Härtefall-Fonds mit einem Volumen von EUR 2 Mrd., der insbesondere für Selbstständige eine rasche Bewältigung der finanziellen Krise bewerkstelligen soll. Die Auszahlung aus dem Härtefall-Fond erfolgt in zwei Phasen. Die Abwicklung des Härtefall-Fonds wird für sämtliche Unternehmen von der Wirtschaftskammer durchgeführt.

1. Phase 1

In der ersten Phase wurden insbesondere jene Selbstständige berücksichtigt, die aktuell keine bzw. nur sehr geringe Umsätze haben. Diese Unterstützung soll als Sicherung ihrer Lebenserhaltungskosten dienen. Die Zuschüsse in Phase 1 betragen bis zu EUR 1.000,00, die nicht zurückbezahlt werden müssen.

 

Mittlerweile wurde die Phase 1 beendet, sodass alle neu eingebrachten Anträge als in Phase 2 eingebracht gelten.

2. Phase 2

Für die Phase 2 wurde das Volumen des Härtefall-Fonds auf EUR 2 Mio. erhöht und wurden die Anspruchskriterien reduziert, sodass deutlich mehr Personen Geld aus diesem Fond erhalten können.

Die wesentlichen Änderungen sind:

  • Die Einkommensober- und Untergrenzen sind nicht mehr maßgeblich
  • Mehrfachversicherungen, Nebenverdienste sind keine Ausschlussgründe mehr
  • Auch Unternehmer, die ihr Unternehmen erst ab 1.1.2020 gegründet haben, erhalten einen Pauschalbertag in Höhe von EUR 500,00 monatlich aus diesem Fond.

 

2.1. Antragsberechtigung für die Förderung

Antragsberechtigt sind, unabhängig davon, ob eine Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer besteht, nachstehende Gruppen:

  • Ein-Personen-Unternehmer
  • Kleinstunternehmer als natürliche Person
  • die weniger als 10 Vollzeit-Äquivalente beschäftigen um max. EUR 2 Mio. Umsatz oder Bilanzsumme aufweisen
  • erwerbstätige Gesellschafter, die nach GSVG/ASVG pflichtversichert sind
  • neue Selbstständige (z.B. Journalist, Psychotherapeuten, Künstler)
  • Freidienstnehmer
  • Freie Berufe

Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe sowie Non-Profit Organisationen erfolgt die Abwicklung über die ARGAR Markt Austria. Auch die Förderbestimmungen unterscheiden sich von den Dargestellten.

2.2. Anspruchskriterien

Um die Förderung zu erhalten ist es erforderlich, zahlreiche Voraussetzungen zu erfüllen. Die wesentlichsten haben wir nachstehend angeführt:

  • Betrieb eines gewerblichen Unternehmens oder Ausübung eines freien Berufes
  • Unternehmensgründung bis 15.03.2020
  • unternehmerische Tätigkeit in Österreich
  • Es muss ein Härtefall vorliegen:
    • Nicht mehr in der Lage, die laufenden Kosten zu decken
    • Behördlich angeordnetes Betretungsverbot
    • Umsatzrückgang von zumindest 50% zum Vergleichsmonat des Vorjahres
  • Es darf kein Insolvenzverfahren angängig sein und auch kein Reorganisationsbedarf bestehen oder im vergangenen Wirtschaftsjahr bestanden haben.

 

Hinsichtlich der Details sei auf die Richtlinie verwiesen. Klicken Sie hier.

 

2.3. Höhe der Förderung

Durch die Förderung werden 80 % des entgangenen Verdienstentganges im Betrachtungszeitraum ersetzt, maximal jedoch EUR 2.000,00 monatlich. Diese Förderung kann für einen Zeitraum von maximal 3 Monaten beantragt werden, sohin gesamt maximal EUR 6.000,00.

 

Die Betrachtungszeiträume für den Verdienstentgang sind von 16.3.2020 – 15.4.2020; 16.4.2020 – 15.5.2020 und 16.5.2020 – 15.6.2020.

 

Bereits in Phase 1 erhaltene Zuschüsse werden entsprechend angerechnet.

 

2.4. Berechnung des Verdienstentganges

Die Berechnung des Verdienstentganges erfolgt unter Bezugnahme die auf Steuerdaten aus den vergangenen Jahren automatisiert. Vom Antragsteller sind lediglich die Betriebseinnahmen/Erträge im Betrachtungszeitraum sowie ein allfälliges Nebeneinkommen mit dem Nettobetrag bei der Antragstellung einzugeben.

 

2.5. Steuerliche Daten

Bei der Berechnung des Verdienstentganges wird auf die Daten aus den Einkommenssteuerbescheiden 2015 bis 2019 zugegriffen. Maßgeblich ist der rechtskräftige Bescheid für das letztveranlagte Jahr; in den meisten Fällen wird dies das Jahr 2018 sein.

Sollte das Ergebnis 2018 gering gewesen sein, kann es vorteilhaft sein, die Durchschnittsbetrachtung der letzten drei Jahre zu wählen.

Wenn die Betriebsergebnisse aus dem Jahr 2019 herangezogen werden sollen, wäre die Rechtskraft des Einkommenssteuerbescheides 2019 abzuwarten und erst danach der Antrag zu stellen.

 

2.6. Antragstellung

Für jedes Monat, sohin für jeden Betrachtungszeitraum, muss ein eigenständiger Antrag gestellt werden.

Die Antragstellung ist bereits hier und bis 31.12.2020 möglich.

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